28.08.2014Vorsicht, Übderdruck!

Berufskraftfahrer sind „Kandidaten“ für Bluthochdruck, wissen aber oft nicht davon. Um das Risiko eines Herzinfarkts zu mindern, ist Kontrolle wichtig.

Rund 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Bluthochdruck, das ist jeder dritte Erwachsene. Und nur jeder zweite weiß von seinem gesundheitlichen Problem. Denn Bluthochdruck verursacht keine Schmerzen, es handelt sich um eine stille, aber stetig fortschreitende Erkrankung.

Wissen Sie, wie hoch Ihr Blutdruck ist? Wenn Sie noch sehr jung sind, haben Sie vielleicht noch keine Probleme mit Hypertonie, so der medizinische Fachbegriff für Bluthochdruck. Nach aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts* leiden etwa fünf Prozent junger Erwachsener (18 bis 29 Jahre) darunter. Doch je höher das Alter, desto mehr sind betroffen: Bei den über 50- bis 59-Jährigen sind es rund 35 bis 40 Prozent, bei den ab 65-Jährigen zwei von drei Personen.

Hoher Blutdruck ist eine Volkskrankheit, so wie Rückenprobleme. Wie die Krankheit oft beschrieben wird, ist sehr treffend: „schleichend", „heimtückisch", „lebensgefährlich". Gefährlich dann, wenn der Bluthochdruck nicht bekannt ist und/oder nicht behandelt wird. Als normal gilt ein Blutdruck von 120/80 mmHg (Erklärung siehe Kasten rechts). Als krankhaft zu hoch wird ein ärztlich bestätigter Druck von über 140/90 mmHg ­angesehen. Spätestens jetzt wäre es nötig, gegenzusteuern, notfalls mit Medikamenten. „Wenn man hohen Druck einfach laufen lässt", erklärt der Gefäßspezialist Professor Dr. Gerd Bönner aus Freiburg, „verursacht er im Stillen Organschäden. Verhindert man diese Schäden nicht, können sie zu schweren Einschränkungen führen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche oder auch Herzmuskelschwäche." Denn dem ständig zu hohen Druck, mit dem das Blut durch die Adern gepumpt wird, wirken die Blutge­fäße mit einer Versteifung entgegen, so der Mediziner, „und deshalb steigt der Blutdruck im Lauf der Zeit immer weiter an, wenn er nicht behandelt wird." (Siehe Interview)

Jeder Kraftfahrer sollte eigentlich wissen, was zu hoher Druck in einem beengten Raum anrichten kann. Es droht ein (Herz-)Infarkt. Und der kann gerade in diesem ­Beruf das Aus bedeuten. Für ein Fahrverbot reicht die Folgediagnose „Herzmus­kelschwäche" oder „Herzrhythmusstörungen". Umso wichtiger ist es, seine Blutdruckwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen. Denn ob die Werte zu hoch sind, das kann man nicht erspüren, es gibt lange keine Beschwerden: „Im Gegenteil", erklärt Professor Bönner, „der Körper passt sich an und gewöhnt sich mit der Zeit an den hohen Blutdruck. Man fühlt sich dann gerade deswegen relativ leistungs­fähig, kann morgens aufstehen und ist hellwach, man fühlt sich im Alltag wohl und stark." Wenn man es dann merkt, so der Arzt weiter,  ist man eigentlich schon in einem fortgeschrittenen Stadium. „Dann spürt man das Pochen des Herzens, den Druck im Kopf, vielleicht auch Sehstörungen. Alles Zeichen für einen fortgeschrittenen oder schwereren hohen Blutdruck."





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