04.06.2019Unter Hochspannung

Endlich rollt der eCitaro an, die ersten Kommunen haben ihn bereits erhalten. Wie fährt er sich denn aber nun? Hier ist er, ein erster Fahrbericht.

Wer diesen Bus von außen betrachtet, merkt schnell: Etwas ist im Gegensatz zu den üblichen Mercedes-Benz Citaro anders. Am auffälligsten ist die Front, Kalotten-Scheinwerfer mit ihren LED-Punktlichtern sitzen mitten in einer dunklen Blende, die zwei lange horizontale Leisten zieren. Das Besondere an diesen Leisten: Sie sind transparent und von hinten mit Chrom-Farbe bedampft. Eine weitere Eigenheit ist eine Art „Lippe“, die sich vom Dach in Richtung Frontscheibe nach unten zieht. Sie wie auch die anderen Design­elemente der Front wurden in Anlehnung an den „Futurebus“ gestaltet. Von der Seite betrachtet, wirkt der eCitaro ein wenig gedrungener als üblicherweise. Das liegt an der Dachrandverklei­dung, hinter der sich unter anderem ein Teil der Batterien befindet. Dadurch ist der gesamte Bus um rund 28 Zentimeter auf exakt 3.400 mm gewachsen. Ebenfalls auffällig sind die vergrößerten Radhäuser. Diese wurden in der Breite verlängert, um nun die größere Bereifung (315 statt 275 mm) auf der auf acht Tonnen tragenden Vorderachse aufnehmen zu können.

Als guter Bekannter präsentiert sich der Fahrgastraum, Unterschiede zum konventionell angetriebenen Bus sind nicht erkennbar. Allerdings erfährt der Innenraum derzeit ein Facelift, das beim eCitaro seinen Anfang nimmt. Dabei geht es in der Hauptsache um die Neugestaltung der Kassettendecke. Hier fallen neue, quer verlaufende Lichtelemente auf, die die bisherige Längs-Beleuchtung vollständig ersetzen. Zudem wurden die Leuchtmittel nun auf LED-Technik umgestellt. Die Lichtleisten besitzen zudem eine Art Doppelfunktion, in ihnen wurden nun auch Lautsprecher untergebracht.

Alles beim Alten bleibt es in Sachen Motorturm. Den wird es nämlich auch weiterhin geben. Obwohl die Bezeichnung natürlich nicht mehr stimmt, befinden sich die beiden Antriebsmotoren doch direkt an der Antriebsachse. Hinter der Verkleidung stecken vielmehr ein Batterie-Cluster für vier Batterien, der Ladewechselrichter, der Bremswiderstand sowie die Klimatisierung für die beiden letztgenannten Systeme. Bekannt ist auch der Fahrerarbeitsplatz. Wer den Citaro kennt und damit zurechtkommt, wird sich auch beim eCitaro auf Anhieb wohlfühlen. Dass es sich um einen E-Bus handelt, wird lediglich bei einem etwas genaueren Blick auf die Instrumente und das Zentraldisplay deutlich. Statt eines Drehzahlmessers sitzt nun rechts ein Powermeter. Das zeigt, ob man gerade  beschleunigt, also Strom aus den Batterien entnimmt, ob man segelt, also den Bus einfach rollen lässt, oder ob man rekuperiert, also den Batterien wieder Strom zuführt. Der kleine Zeiger darunter informiert über den Ladezustand – das war es schon in Sachen Elektroinformation. Reicht aber auch, mehr braucht der Fahrer nicht.

Statt eines Zentralmotors im Heck, der über eine Kardanwelle die Achse antreibt, verwendet Mercedes-Benz die Elektroportalachse ZF AVE 130. Nahe der beiden Räder arbeiten zwei Elektromotoren mit einer Leistung von jeweils 125 kW/170 PS und einem Drehmoment von zweimal 485 Newtonmetern bei Drehzahlen von bis zu 11.000 Umdrehungen pro Minute.





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