13.07.2021Tarifkonflikt: WBO und Verdi einigen sich auf weitere Verhandlungen

Der WBO und Verdi haben sich auf die Wiederuafnahme der Verhandlungen geeinigt (Symbolbild)

Die Sondierungsgespräche im Konflikt um den Manteltarifvertrag für das private Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg sind positiv verlaufen.

Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) und die Gewerkschaft Verdi haben sich bei einem Gespräch im kleinen Kreis darauf geeinigt, die nach der vierten Runde abgebrochenen Verhandlungen wieder aufzunehmen. „Es war ein sachlich geführtes, konstruktives, Gespräch“, sagte WBO-Verhandlungsführer Horst Windeisen. Beiden Seiten sei klar, dass eine Einigung im verhärteten Tarifkonflikt nur am Verhandlungstisch möglich ist. Klar ist aus Sicht des WBO auch, dass zu einer Einigung zwei Seiten gehören.

„Die Busunternehmen können nicht unbegrenzt finanziell belastet werden: massive Mantelforderungen, eine Lohntarifrunde im Herbst diesen Jahres und quasi parallel oder zwischen- drin das Thema Altersvorsorge – das ist in der Summe einfach zu viel und für die meisten Unternehmen, die im WBO organisiert sind, nicht verkraftbar“, erklärte Windeisen. „Wir müssen den Spagat schaffen, einerseits Verbesserungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreichen und auf der anderen Seite die finanzielle Leistungsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten. Ein stufenweises Umsetzen bietet sich deshalb geradezu an.“

Unternehmen sind froh um jeden Fahrgast

Vor dem Hintergrund der erfolgten Urabstimmung, bei der sich Verdi-Mitglieder mehrheitlich für einen unbefristeten Warnstreik ausgesprochen hatten, appellieren die Omnibusunternehmen an die Busfahrer, die außergewöhnlichen Belastungen der Busunternehmen zu berücksichtigen. Die Bustouristik sowie der ÖPNV leiden nach wie vor massiv unter der anhaltenden Pandemiesituation, die Unternehmen sind froh um jeden Fahrgast, der ihnen die Treue hält, und damit um jeden Bus, der weiterhin fährt. „Streikaktionen und Ausfälle im ÖPNV – das führt verständlicherweise zu Verärgerung insbesondere bei den Fahrgästen“, sagte daher die stellvertretende WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg. Gerade die Fahrgäste gelte es aber, unbedingt als zuverlässige ÖPNV-Nutzer zu halten. „Die Branche ist – aktuell mehr denn je – auf jeden einzelnen Fahrgast angewiesen“, sagte Hüneburg abschließend. (tb)





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