04.12.2018Überflieger gesichet

Supertest, BUSFahrer, Setra S 531 DT

Der neue Setra S 531 DT hat sich dem anspruchsvollen Supertest gestellt. Vieles ist neu an diesem Bus, einiges wurde gelassen. Auf geht’s!

Bereits die Front des Neuen strahlt eine ungeahnte Leichtigkeit und Filigranität aus, die man einem Setra gar nicht zugetraut hätte. Mut zur Form zeigt der Bus auch am Heck, aus zwei Lüftungsgittern, von denen ja ohnehin nur eines eine echte Funktion hat, wurde ein großes. Das funktioniert und verleiht dem Bus eine tolle technische Griffigkeit. Denn bei aller Schönheit darf auch ein Bus zeigen: Er ist eine schwere, starke Maschine, ein Kraftpaket für die Personenbeförderung. Einige Setra-Liebhaber vermissen beim S 531 DT die geschwungene La Linea, sie gibt es zwar immer noch, allerdings erstreckt sie sich nun eher unauffällig gerade gestreckt unterm Dach.

Dermaßen optisch aufgeputscht betritt der Fahrgast das Innere, wo er in der Regel gleich den Weg nach oben nimmt. Auch hier hat sich einiges geändert. So haben die Entwickler dem Aufgang ein zusätzliches Fenster spendiert, wodurch der Treppenbereich heller und freundlicher wirkt. Oben angekommen, erwartet den Fahrgast ein lichtdurchfluteter Innenraum – ein segmentiertes Glasdach macht’s möglich. Wer das Glück hat, ganz vorn zu sitzen, kommt in den Genuss einer neu gestalteten Front. Statt schon längst nicht mehr in die Zeit passender Decke, mit der die Front beim Vorgänger verkleidet ist, haben die Neu-Ulmer Busbauer hier nun endlich einen passenden, modernen Abschluss gefunden. Der Rest ist mehr oder weniger zum S 431 DT gleich geblieben. Auch die Innendecken und die Seitenverkleidung wurden keiner Auffrischung unterzogen, hier hat Setra anscheinend den Rotstift angesetzt.

Dafür aber bietet der Setra nun im Unterdeck eine starke Modularität. So lassen sich sowohl rechts als auch auf der linken Seite die Podeste teilweise entfernen (muss entsprechend bei der Fahrzeugkonfiguration bestellt werden), sodass Platz für Rollstühle oder Kinderwagen entsteht, der ohne Stufen erreicht werden kann. Dafür gibt es dann entweder die Möglichkeit, eine im Fahrzeug innen versenkte Klapprampe zu nutzen oder alternativ Alu-Auffahrschienen, die bei Nichtgebrauch im Kofferraum verstaut werden. Voraussetzung jeweils ist dann natürlich eine breite Mitteltür. Durch die Podeste im Unterdeck gibt es auch auf der rechten Seite zwei Staufächer sowie einen Platz für das Reserverad. Fehlen die Podeste und will der Unternehmer auf ein Reserve­rad nicht verzichten, kann dieses im Kofferraum transportiert werden. Das quittierte der Testfahrer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn die Möglichkeit, Ersatz mitführen zu können und gleichzeitig eine Lösung an die Hand zu bekommen, wie das Rad aus dem hohen Kofferraum hinaus- und wieder hineinzubekommen ist, ist gut, andererseits geht noch mehr Kofferraum verloren, der ohnehin eher spärlich ausfällt. 8,5 Kubikmeter sind leider nur unterer Durchschnitt.

Ist der Bus voll besetzt, wir es eng in Sachen Kofferraum 

Abhilfe kann hier ein Skikoffer schaffen, der Testwagen hatte einen dabei. Und da ein Skikoffer selbstverständlich auch mit anderen Dingen als nur mit Skiern beladen werden darf, gibt’s hier also Kofferraum extra. Der darf mit bis zu 500 Kilogramm beladen werden. Ehrlicherweise muss aber auch erwähnt werden: Wirklich ergonomisch ist das Ganze nicht. Dafür kann die Entnahmevorrichtung für das Reserverad umso mehr überzeugen. Ein kleines Krangestell wird in zwei Ösen eingehängt und daran kommt ein manueller Flaschenzug. Allerdings sollte man das Reserverad im Kofferraum dann auch eher in der Nähe der Vorrichtung lagern, das macht es einfacher. In der Regel aber dürften Busse, die in Fernbusausstattung unterwegs sind, allerdings auf ein Reserverad verzichten – genau: Diese Möglichkeit gibt es auch noch.





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