16.07.2021Nach der Corona-Isolierung jetzt gut aus der Pandemie kommen

Professor Dr. Reinhart Schüppel weiß, dass trotz niedriger Infektionszahlen in der Gefühlswelt noch längst nicht alles wieder gut ist

Tipps gegen den chronischen Stress: Der Chefarzt von Bayerns führender Suchtklinik Professor Dr. Reinhart Schüppel verrät, was der Schlüssel zur schnellen Regeneration von Geist und Körper nach den Belastungen durch Corona ist.

Die Corona-Infektionszahlen gehen zurück. Sinkende Inzidenzen bedeuten jedoch noch lange kein Verschwinden von Corona und den Folgen, die diese Pandemie in den Köpfen vieler Menschen verursacht hat. Studien aus den USA und Großbritannien zeigen: Jeder dritte Corona-Patient leidet in Folge an neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen. Aber auch bei Menschen ohne Corona-Infektion verursachen mangelnde soziale Kontakte während der Lockdowns im Fühlen, Empfinden und Denken oft gravierende Spätfolgen, sagt Professor Dr. Reinhart Schüppel. Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist Chefarzt der Johannesbad Fachklink in Furth im Wald, der größten stationären Einrichtung für Suchterkrankungen in Bayern.

"Für die meisten Menschen gilt trotz Abklingen der Infektionszahlen: In ihrer Gefühlswelt ist längst noch nicht alles wieder gut", sagt Professor Schüppel. Bei den meisten Menschen hätten die drei Wellen der Pandemie vor allem eines erzeugt: viel Stress, erst mit voller Wucht akut, dann chronisch. Er weiß: "Bei einem solchen chronischen Stress schaltet der Organismus auf ‚Lebenserhaltung‘ um, zu Lasten von ‚Wartung und Instandhaltung‘." Der bisherige Verlauf der Pandemie habe zu einem dramatischen Eingriff in das persönliche Leben der meisten Menschen geführt, wie es ihn seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat.  

Neben vielen Verlierern der Krise auch ein paar Gewinner

Aus Psychologen-Sicht gab es in Zeit der Lockdowns und Ausgangssperren aber auch eine kleine Gruppe von "Pandemie-Gewinnern": Menschen, die in einem sozialen Kontext eher zurückhaltend bis ängstlich agieren, wurden durch das für Monate erzwungene Abstandhalten deutlich entlastet. Für diese Menschen bedeutete der "Lockdown" nicht das Gefühl "nichts mehr dürfen", sondern positiv im Gegenteil ein "nicht mehr verpflichtet sein". 

Der Ratschlag des Further Klinikchefs in Zeiten der abklingenden Pandemie: Sich die "Zeit nehmen, um die eigenen durch Corona veränderten persönlichen Stärken und Schwächen zu analysieren." Dazu gehört, die  eigenen eingefahrenen Lebensgewohnheiten kritisch zu hinterfragen, bewusster zu essen und trinken, die  körperliche Fitness zu pflegen und vor allem auch die sozialen Kontakte zu stärken. Das sei "der Schlüssel zur schnellen Regeneration von Geist und Körper nach den Belastungen durch Corona." Die aktuelle Phase des Neuaufbruchs sei eine gute Chance für jeden, "aus der inneren und äußeren Isolierung heraus auch geistig wieder vor die Tür zu treten", sagt Professor Schüppel. (mp)





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