05.02.2021Mehr Bewegung im Corona-Winter

Etwas machen, das Freude bereitet, und kein Pflichtprogramm absolvieren, so kann es gelingen, sich mehr zu bewegen

Der Lockdown schränkt unsere Mobilität ein. Mit jedem weiteren faulen Tag wächst der innere Schweinehund immer mehr. Dabei würde gerade jetzt Bewegung gut tun. Wie schafft man es, sich im Alltag mehr zu bewegen? Mit der "WOOP Methode" und den Tipps vom Teampsychologen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft kann es gelingen.

Um sich zu bewegen, muss man gar keine Höchstleistungen vollbringen. Ein erster Schritt könnte sein, öfter mal die Treppe zu nehmen oder den Einkauf zu Fuß zu erledigen, denn auch das zählt als Bewegung. „Hier kann man kreativ sein“, empfahl Prof. Gabriele Oettingen, Professorin für Psychologie an der New York University und der Universität Hamburg, bei der "Sprechstunde_digital" der Stiftung Gesundheitswissen. Zum Beispiel könne man bei langen Videogesprächen mit Freunden oder dem Arbeitsteam einfach mal umherlaufen, statt immer nur zu sitzen.

Das eigene Verhalten ändern und durchhalten

Warum es so schwer ist, das eigene Verhalten zu ändern? Drei Faktoren helfen nach den Erfahrungen von Prof. Hans-Dieter Hermann, Sportpsychologe und Teampsychologe der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, dabei: Wir bräuchten ein konkretes Ziel, wir sollten etwas machen, das Freude bereitet, und wir sollten es mit anderen Menschen zusammen machen. Und außerdem wichtig: Wir sollten uns selbst nicht schlechtmachen, sondern die eigenen Leistungen würdigen, auch wenn sie noch so klein sind. Es sei eine der Hauptstrategien in der Sportpsychologie, sich selbst Mut zu machen, sich anzutreiben und anzufeuern. "Jeder Schritt zählt. Seien Sie stolz auf sich!", sagt Prof. Hermann.

Aber wie schafft man es, am Ball zu bleiben, also beispielsweise jeden Morgen ein kleines Fitnessprogramm zu absolvieren, eine Runde spazieren zu gehen oder gar zu joggen und tagsüber nicht zu naschen? Prof. Oettingen rat dazu, zunächst herauszufinden, ob man diesen Wunsch tatsächlich hat, ob man also wirklich Fitnessübungen machen möchte, oder nur einer lästigen Verpflichtung nachgeht. Besteht der Wunsch wirklich, solle man sich das Ziel und das damit verbundene gute Gefühl vorstellen. 

Die WOOP-Methode

Im nächsten Schritt gelte es nun, die Hindernisse zu identifizieren, die dem im Wege stehen. Daran sollte sich ein Plan anschließen, wie die Hindernisse überwunden werden können. "WOOP" nennt Prof. Oettingen diese Methode, die sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe Wish (Wunsch), Outcome (Ziel), Obstacle (Hindernis) und Plan zusammensetzt. "Wenn man im positiven Träumen verharrt, passiert nichts – man muss sich den Hindernissen stellen", so Oettingen. Wichtig sei dabei, dass einem die Bewegung Spaß mache, betonte Prof. Hermann. Möglicherweise sei Tanzen dann besser als Gymnastik oder Fahrradfahren besser als Gehen und Laufen.

Doch ist der innere Schweinehund erst überwunden, schließt sich gleich das nächste Problem an: Wie halte ich durch? "Nicht zu früh in Routinen verfallen“, lautet der Tipp von Prof. Herrmann. „Unser Gehirn braucht immer wieder neues Futter." Dabei könne es helfen, einem vorgegebenen Sportprogramm zu folgen, das immer wieder neue Aspekte oder Herausforderungen biete. "Man unterschätzt immer wieder, wie hilfreich ein Tapetenwechsel ist", pflichtete Prof. Oettingen bei. (mp)





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