20.02.2020Hauptstadtreife

Mercedes-Benz hat den eCitaro zum Supertest vom BUSFahrer geschickt. Das ist eine absolute Weltpremiere, noch nie hat ein E-Bus die harte Teststrecke überstehen müssen.

Die Spannung war riesig, denn zum ersten Mal überhaupt würde es beim BUSFahrer belastbare Mess­ergebnisse geben, die zeigen würden, wo sich in Sachen Verbrauch ein Batteriebus im Vergleich zum Diesel einsortiert. Und weil es durchaus spannend ist, sollen an dieser Stelle bereits die Ergebnisse genannt werden.

Der Durchschnittsverbrauch lag bei 101,65 kWh/100 km. Das ist ein richtig guter Wert. Leider bezahlt der Anwender aber mehr, nämlich den Strompreis für 114,11 kWh. Das hängt mit den stets auftretenden Lade­verlusten zusammen, und die müssen berücksichtigt werden, will man sich nicht selbst belügen. Wenn man nun den Literpreis Diesel mit fiktiven 1,10 Euro ansetzt und die Kilowattstunde Strom mit 0,25 Cent, ergibt sich bei einem recht günstigen Dieseldurchschnittsverbrauch von 42 Litern/100 km ein Preis von 52,50 Euro und bei 114,11 kWh von 28,52 Euro.

Das klingt perfekt. Zumal es dem Elektrobus relativ egal ist, ob er im dichten Innenstadtstau nur schrittweise voran­kommt. Denn die E-Motoren benötigen nur beim Vortrieb Energie. Das ist beim Diesel anders. Aber! Nicht außer Acht gelassen werden dürfen die höhere Anschaffungskosten für den Bus sowie die Kosten für den Aufbau der Ladeinfrastruktur. Leider gab der Hersteller auf die Frage nach dem konkreten Preis für den Testbus nur die Antwort, dieser betrage circa das Doppelte eines vergleichbar ausgestatteten Diesel-Äquivalents.

Bei Mercedes-Benz kommt die elek­trische Portal­achse ZF AVE 130 zum Einsatz. Die besitzt zwei radnabennahe Asynchron-Motoren mit ausgezeichneten Leistungsdaten. Der Wettbewerb setzt vielfach auf einen elektrischen Zentralmotor, der per Kardanwelle eine konventionelle Achse antreibt. Wer einige Kardanwellen-Lösungen kennt, weiß, dass dort unter Umständen unschöne Geräusche auftreten können. Das Anfahren gestaltet sich beim eCitaro butterweich. 13 Sekunden benötigt der Bus, um Tempo 50 zu erreichen. Das ist ein sportlicher Wert, der übrigens immer erreicht wird, also egal, ob der Bus leer oder voll ist, ob er an einer Steigung oder in der Ebene startet. Das hängt mit dem grundsätzlich vorhandenen Leistungsüberschuss zusammen, der stets vorhanden ist und vom Hersteller nachvollziehbar eingeregelt wird.

Ist der Bus nun einmal in Fahrt und geht der Fahrer vom E-Pedal, dann rollt der Bus einfach weiter, ohne durch eine voreingestellte Rekuperation abgebremst zu werden. Soll der Bus langsamer werden, dann geschieht das entweder durch einen leichten Tritt auf das Bremspedal, dem der Antriebswechselrichter vorgeschaltet ist und der damit die Rekuperation beziehungsweise Verzögerung einleitet, oder aber durch einen sogenannten E-Brems-Hebel, beim Diesel Retarder-Hebel genannt. Beim eCitaro lässt sich der Bus übrigens mit diesem Hebel bis kurz vor dem Stand sauber abbremsen. Die eigentliche Betriebsbremse wird lediglich für die allerletzten Zentimeter kurz vor dem Stillstand benötigt.





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