05.04.2014Ein schlechter Beifahrer

Drängeln, schimpfen, rasen: Ungebremste Emotionen wie Wut und Frust am Steuer beeinflussen das Fahrverhalten und erhöhen das Unfallrisiko. So kann man gegensteuern.

Was Berufskraftfahrer tagtäglich auf der Straße erleben, zerrt an den Nerven: Drängelei von Pkw-Fahrern, Lichthupe, „Elefantenrennen", haarscharfes Einscheren – gerne auch ohne Blinker. „Ätzend und vollkommen unnötig", lautet wohl in den meisten Fällen das Fazit zu solchen Aktionen.

Gilt auf deutschen Straßen das Recht des Stärkeren? Man kann sich des Eindrucks oft nicht mehr erwehren. Da werden andere Fahrzeuge ausgebremst, geschnitten oder bedrängt, vom Mindestabstand scheint mancher noch nie etwas gehört zu haben; das Reißverschlussverfahren, Vorfahrt- und Einfahrtregelungen oder das Einhalten von Tempolimits werden gnadenlos ignoriert. Der Kampf wird ausgefochten zwischen Stuttgarter und Münchner Automarken, zwischen alten und jungen Fahrern, zwischen Bus und Lkw sowie zwischen beiden und Pkw, zwischen Transportern und SUVs.

Zu oft bestimmen Emotionen das Geschehen auf der Straße. Wut und Ärger zum Beispiel. Und natürlich sind auch echte Profis wie Berufskraftfahrer nicht gefeit davor, im Alltag gibt es genug Gründe für einen erhöhten Blutdruck: knappe Termine, Stau, langes Warten auf Gäste, andauernde Kontrollen. Geht es auf der Straße nicht voran, kocht schnell die Seele.

Dass Emotionen gefährliche Beifahrer sind, zeigen nicht nur Schätzungen des ADAC, der rund 1.000 Verkehrstote im Jahr auf  aggressives Fahren zurückführt, sondern auch die Studien von
Professor Mark Vollrath von der Technischen Universität Braunschweig. Er hat untersucht, wie sich das Fahrverhalten durch Emotionen verändert. Wer Unfalldaten analysiere, finde zum Beispiel auch einige Hinweise auf Stress als Unfallursache, erklärte der Experte für Verkehrspsychologie auf einer Veranstaltung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats zum Thema „Emotionen im Straßenverkehr". Zu hohe Geschwindigkeiten, Drängeln, riskante Überholmanöver, aber auch Unaufmerksamkeit seien typische stressbedingte Verhaltensmuster, so das Ergebnis der Studien.

„Gerade bei Berufskraftfahrern liegt die Ursache für den Stress meist im Termindruck ihrer Aufträge", weiß Vollrath. Sind dann die Straßen verstopft, ist die Wut vorprogrammiert und – das gilt natürlich auch für jeden Pkw-Fahrer: „Negative Emotionen entstehen, wenn die eigenen Ziele von außen blockiert werden."





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