28.05.2019Der Straßenkünstler

Kaum ein Bus ist mit derart viel Sicherheits­technik ausgestattet wie der aktuelle Mercedes-Benz Tourismo. Nun war er beim Supertest.

Dieses Gelb sieht einfach verdammt gut aus. Yellowstone nennt sich die Farbe, die Mercedes-Benz seinem aktuellen Safety-Coach verpasst hat. Dazu ein auffälliges Fahrbahn-Design – fertig ist die Botschaft. Und die soll wohl lauten: Seht her, ein Tourismo ist alles andere als langweilig! Das ist gelungen. Mit einer filigran wirkenden Leichtigkeit fährt der Bus vor, wobei Leichtigkeit durchaus wörtlich genommen werden kann, denn im Vergleich zum Vorgänger wurde der Bus um rund 200 Kilo­gramm leichter. Das ist deswegen so bemerkenswert, da das Fahrzeug im gleichen Atemzug stabiler, steifer, sicherer wurde. 

Angetrieben wurde der Testbus vom OM 470 mit 10,7 Litern Hubraum. 2.200 Nm stehen schon frühzeitig zur Verfügung, auch das ein Grund dafür, weshalb der Bus mit einer Hinterachsübersetzung von i = 3,58 ausgestattet war. Bei Tempo 100 liegt eine Drehzahl von 1.189 U/min an, das ist ein recht guter Wert, auch wenn ein Neoplan Tourliner oder ein MAN Lion’s Coach diesen noch toppen kann. Die haben aber auch zwölf Gänge zur Verfügung. Im normalen Fahrbetrieb, erst recht auf der Autobahn, zeigte sich diese Kombination als sehr praxistauglich. Kein Wunder, 456 Pferdestärken haben mit dem Bus leichtes Spiel. Lediglich in den Bergen, wenn es wirklich anstrengend zur Sache ging, hätten wir uns eine kürzere Achse oder mehr Gänge gewünscht. Doch wirklich häufig traten solche Momente nicht auf und, ganz ehrlich, verhungern wird mit dem OM 470 niemand am Berg. Hier sollte sich im Vorfeld kritisch die Frage gestellt werden, wo der Bus hauptsächlich eingesetzt werden soll. Viel falsch machen kann man da nicht. 

Geschaltet wird per GO 250-8 Powershift-Getriebe. Das ist mittlerweile ein altbekanntes und erledigt seinen Dienst souverän. Steigungen werden beim Anfahren zuverlässig erkannt, auf dem ADAC-Fahrsicherheitsgelände Berlin-Brandenburg erfolgte zudem eine blitzschnelle ASR-Regelung, zu einem Durchdrehen der Räder kam es nicht. Selbst das Rangieren gestaltet sich einfach, Powershift erkennt, wenn feinfühlig gefahren werden soll, und passt das Schaltprogramm mit einem sogenannten Kriechmodus entsprechend an. Hier lässt sich der Bus allein mit dem Bremspedal fahren, der Hersteller selbst vergleicht das Fahren mit einer Wandlerautomatik. Gut, so weit würde der BUSFahrer-Testfahrer nicht gehen, aber nahe dran ist das Rangier-Fahrgefühl schon.

Wer mit der aktuellen Setra-Baureihe vertraut ist, kann sich nun auch beim Tourismo über das Absenken der Karosserie ab etwa  Tempo 90 km/h freuen, das verringert die Stirnfläche. Bedeutet weniger Bus, der sich gegen den Fahrtwind stemmen muss, auch weniger Windgeräusche? Wenn der Wind nicht allzu ungünstig steht, dann stimmt das. Denn auch die neuen Spiegel, die übrigens aus der Setra ComfortClass bekannt sein dürften, wurden strömungs- und damit windgeräuschoptimiert gestaltet. Überhaupt ist die Sicht in den Spiegeln gut, sowohl links als auch rechts wurden Rampen­spiegel verbaut, das erleichtert das Rangieren ungemein.





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