29.06.2016Der Löwe brüllt noch

MAN, Lion's City, BUSFahrer-Supertest

Der aktuelle MAN Lion‘s City wurde kürzlich erneut aufgewertet. Ist es gelungen?

Sie haben ihn fit gemacht, seine Entwickler. An ziemlich vielen Stellen haben sie angepackt, um den Alt-Star fit zu machen für seinen letzten, großen Auftritt. Den MAN Lion’s City in Euro 6-Ausführung hatte der BUSFahrer zum letzten Mal im Jahr 2013, vor gut drei Jahren, im Test. Bereits damals hinterließ das Fahrzeug einen guten Eindruck. Zu spüren war an vielen Stellen, dass dem Bus seit seiner Einführung im Jahr 2004 zahlreiche Verbesserungen spendiert wurden. Zur Busworld 2015 dann präsentierte MAN seinen Stadtbus-Bestseller noch einmal gründlich überarbeitet.

An zahlreichen Stellen wurde dre Bus optimiert und fit gemacht. Themen wie Gewichtsoptimierung, Wartungsoptimierung, Design-Anpassungen, Erhöhung der Fahrgastkapazität, Antriebsoptimierung und eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs standen im Fokus. Intern wird der Bus auch mit der Bezeichnung „Evolution“ geführt. Insgesamt viel Aufwand für einen Bus, dessen Nachfolger zwar noch nicht unmittelbar vor der Tür steht, der seine Ankunft aber immer schlechter verbergen kann. Lohnt das dann? Absolut, denn kein Hersteller kann es sich leisten, den Abstand zum Wettbewerb zu groß werden zu lassen. Und gerade in Sachen Stadtbus haben Hersteller wie Mercedes-Benz oder Solaris die Messlatte verdammt hoch gehängt. Denn dabei handelt es sich um komplette Neuentwicklungen, bei denen die Entwickler natürlich aus dem Vollen schöpfen können. Anders sieht die Sache beim noch aktuellen Lion’s City aus, hier muss das Vorhandene optimiert werden. Wie gut das MAN gelungen ist, soll dieser Test zeigen.

Optisch hat sich nicht wirklich viel getan, das große Frontlogo und den prägnanten MAN-Schriftzug gab es auch schon vor drei Jahren. Neu ist der in schwarz gehaltene Bugmittelteil, das soll Familienzusammengehörigkeit demonstrieren. Die auffälligste Veränderung betrifft die neuen, bis zum Boden nach unten gezogenen Seitenfenster. Diese dienen primär sicherlich nicht einem ausgewiesenen Zweck, machen den Fahrgastraum aber noch heller und lassen ihn freundlicher wirken, als er ohnehin schon ist. Doch im Außenbereich ist das längst noch nicht alles. Wer seinen Blick sehr aufmerksam über die Seitenbeplankung schweifen lässt, dem dürfte hier eine Veränderung auffallen. Die Seitenwände sind nämlich jetzt segmentiert ausgeführt, zudem werden sie nur noch geklebt. Beim Material handelt es sich um CFK, das ist ein carbonfaserverstärkter Kunststoff, also ein Faserverbundstoff. Der kann zum einen nicht korrodieren und sorgt im Schadensfall für günstigere Reparaturen bei kürzeren Standzeiten. Beim 12-Meter Bus wird zudem noch an Gewicht gespart: 20 Kilogramm bringen die neuen Seitenwände ein. Insgesamt ist dieser Bus rund 200 Kilogramm leichter, dazu tragen auch eine neue, gewichtsoptimierte Klimaanlage von Spheros und die neue, leichtere Sitzgeneration CityLight (minus 60 Kilogramm bei 30 Sitzen) bei. Ein Element, bei welchem man nicht sofort an das Thema Gewicht denkt, ist die Fahrtzielanzeige. Im Testbus war ein Modell MobilLED Ultima der Firma Mobitech verbaut, das nur noch halb so viel wie sein Vorgänger wiegt. Und dass der Stromverbrauch 20 Prozent niedriger ist, ist sicherlich auch ein angenehmer Nebeneffekt. Weniger Gewicht bedeutet zusätzliche Fahrgäste, beim Evolution kann der Fahrer drei zusätzlich mitnehmen.

Neu sind ab sofort auch die Türen. Die Stadtbustür wurde komplett neu entwickelt. In einem ersten Schritt gibt es sie als Außenschwingtür oder Innenschwenktür mit pneumatischem oder elektrischem Antrieb, die AST gibt es zusätzlich in einflügeliger Version. MAN verspricht sich durch die neuen Türen eine Reduzierung der Störanfälligkeit gegenüber den heute im Markt befindlichen Lösungen. So ist die Antriebseinheit vollständig gekapselt, was einer Verschmutzung entgegenwirkt, eine Abschmierung oder Justage soll nicht mehr notwendig sein. Im Test erwiesen sich die Türen tatsächlich als sehr leise, die Öffnungs- und Schließzeiten waren praxistauglich kurz, das Gesamtkonzept wirkt stimmig. Dazu zählen auch die Reduzierung der Komplexität (spannungsfreie Lagerung in allen Türstellungen), die Verwendung von verschleißfreien Komponenten ­sowie eine optimierte Sensierung und Kabelführung. 





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