06.05.2021Das große Krabbeln - Zeckenalarm durch Corona

Zeckengefahr lauert an Waldrändern und Waldlichtungen in Laub- und Mischwäldern

Nicht nur durch die milden Winter herrscht für Zecken hierzulande ganzjährige Dauersaison. Auch die Corona-Pandemie könnte durch vermehrte Freizeitaktivitäten, die vornehmlich draußen stattfinden, dafür sorgen, dass die kleinen Spinnentiere schneller zum Ziel gelangen.

Bei Bodentemperaturen um die sieben Grad werden die Blutsauger aktiv. Dann verlassen sie ihre Verstecke unter Laub und Nadeln und machen sich auf die Suche nach einem geeigneten Wirt. Die weitverbreitete Vorstellung, dass Zecken sich von Bäumen auf ihre Opfer fallen lassen, ist übrigens falsch. Zecken bevorzugen Waldränder und Waldlichtungen in Laub- und Mischwäldern. Ebenfalls beliebt bei Zecken sind Bachränder sowie Gebüsche und hohe Gräser an Wegrändern.Durch die gemäßigten Temperaturen können mittlerweile auch tropische Zeckenarten aus Nordafrika und Asien in Deutschland überleben. Es kann kaum noch eine Region als absolut zeckenfrei eingestuft werden. Daher machen die  Experten der ARAG-Versicherung auf die damit verbundenen Risiken aufmerksam.

Als Zecken-Risikogebiete sind aktuell 169 Kreise definiert, das sind fünf mehr als noch im letzten Jahr. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen besteht ein erhöhtes Risiko für eine FSME-Infektion. Und im letzten Jahr wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) so viele durch Zecken ausgelöste FSME-Erkrankungen (Frühsommer-Meningoenzephalitis - dazu unten mehr) gemeldet wie noch nie zuvor: 704 - und damit mehr als das Doppelte des jährlichen Durchschnittswertes von etwa 300 Erkrankungen.

Das Risiko einer FSME-Erkrankung steigt ab dem Alter von 40 Jahren deutlich an und ist  bei Männern größerals bei Frauen. Die Mehrzahl der FSME-Erkrankungen treten in den Monaten Mai bis Oktober auf.

Da Zecken Parasiten sind, benötigen sie andere Lebewesen, um sich von deren Blut zu ernähren. Als Wirte dienen Vögel, Reptilien und Säugetiere – und eben auch der Mensch. Viele Zeckenarten sind dabei gefährliche Krankheitsüberträger zwischen den Wirten.

Durch Zecken übertragene Krankheiten

Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektion in Europa. Das Bakterium wird allerdings erst ein bis zwei Tage nach dem Einstich auf den Menschen übertragen. Deswegen kann durch ein schnelles Entfernen der Zecke unmittelbar nach dem Einstich eine Infektion meistens vermieden werden. Eine direkte Übertragung der Borrelien von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt; erkrankte Personen sind also nicht ansteckend.

Die bereits erwähnte Erkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis (Kurzform: FSME) , zu der es trotz des Namens nicht nur Frühsommer kommt, geht mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer einer Entzündung des Gehirn einher. Da es sich um ein Virus handelt, lässt sich die Grunderkrankung nicht mit Antibiotika heilen. Es ist nur möglich, einzelne Symptome zu lindern. Und genau das macht FSME so gefährlich. Aber es gibt dagegen - anders als bei der Borreliose - Impfstoffe, die sehr gut verträglich und hoch wirksam sind.

Tipps für den Aufenthalt in der Natur

Wer folgende Verhaltensregeln beherzigt, kann sich vor dem Risiko eines Zeckenbisses schützen: Beim Waldspaziergang geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen treagen, um den Parasiten wenig Angriffsfläche zu bieten. Helle Kleidung ist dabei günstiger als dunkle, denn die Zecken kann man gut darauf erkennen und noch vor einem Stich entfernen. Insektenabweisende Mittel helfen zumindest eine Weile, stellen aber keinesfalls einen sicheren Schutz vor Zecken dar.

Wer sich in der freien Natur aufgehalten hat, sollte anschließend seinen Körper gründlich nach Zecken absuchen - besonders an den Arme, Kniekehlen, Hals und Kopf sowie im Schritt lassen sie sich gerne nieder. (mp)





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