BUSFahrer-Supertest S 531 DT

Supertest, BUSFahrer, Setra S 531 DT

Neu gestaltet wurde das Bord-WC. Hier hat man das eigentliche Becken nun diagonal angeordnet, das schafft deutlich mehr Bewegungsfreiheit bei geschlossener Toilettentür. Neu ist auch, dass sämtliche Ver- und Entsorgemaßnahmen von außen erledigt werden können. Die Wasserbefüllung von Küche und WC erfolgt an einem Ort, ebenfalls das Spülen des Fäkalientanks. Neu ist auch die Entnahmemöglichkeit des Papierkorbes von außen, das geht schnell, einfach und ohne die Enge im WC selbst. Auf zwei verschiedene Abwassertank-Größen verzichtet Setra übrigens ab sofort, es wird nur noch die große Version mit rund 180 Litern Fassungsvermögen verbaut. Hier sollen sowohl die Abwässer aus dem WC-Bereich als auch aus der Küche gesammelt werden.

Der Fahrerplatz wurde komplett erneuert. Hier hat der Chef die Qual der Wahl – nimmt er das TopClass- oder das ComfortClass-Cockpit. Beide funktionieren sehr gut, das der TopClass bietet etwas mehr Opulenz und Stil, das der ComfortClass lässt sich mit einer Zahlkasse aufrüsten. Auffällig ist, dass die Zwischendecke ganz vorn etwas angehoben wurde, dadurch lassen sich die beiden Rampenspiegel oben nun auch ohne ein Nach-vorn-Beugen einsehen. Große Fahrer sehen in Fahrposition immerhin noch die halbe Spiegelfläche. Die Anordnung der Schalter, das Zentraldisplay und die komplette Funktionalität sind bereits grundlegend beschrieben worden – das funktioniert. Die Ablagemöglichkeiten für den Fahrer sollten ausreichend sein, der Begleiter sitzt konzept­bedingt halbwegs ordentlich.

Setra setzt beim Fahren immer noch hohe Maßstäbe. Die Lenkung gefällt durch ihre Direktheit. Die Vorderachse, die ja eine alte Bekannte ist, leistet souveräne Arbeit und schluckt jede noch so bösartige Fahrbahnunebenheit. Den befahrenen Kopfsteinpflaster-Abschnitt kurz hinter der Festung Königstein in Richtung Bielatal, auf dem Busse regelmäßig ins Stottern kommen, bügelte der S 531 DT mit einem schmalen Lächeln grandios weg.

Auf der Pylonengasse kam der Bus ebenfalls grandios ins Bremsen

Allerdings ist das kein Wunder, der Schwerpunkt liegt nun mal äußerst weit oben. Doch beim zweiten Anlauf schaffte es der Testfahrer, den Parcours ohne Kegelberührung zu durchfahren. Hier zeigte sich: Im normalen Betriebseinsatz wird es der Fahrer nicht schaffen, den Bus übermäßig ins Wanken zu bekommen, ESP regelt vorher ein.

Angetrieben wird der Bus vom OM 471. 375 kW und 2.500 Newtonmeter sind eine Ansage. Diese Kraft wird allerdings auch benötigt, denn maximal 26 Tonnen wollen erst einmal bewegt werden. Subjektiv hatte man gerade beim Anfahren den Eindruck, dass sich die Kraftstrangkombination sehr schwer­tat, den Bus, der im Testbetrieb auf 24 Tonnen ausgeladen war, in Schwung zu bekommen. Gut, das Powershift-Getriebe muss mit nur acht Gängen zuechtkommen. Beim 18 Tonnen-Bus kein Problem, darüber hinaus geht es auch gut, nur manchmal würde man sich ein paar Gänge mehr wünschen. Allerdings ist das Meckern auf hohem Niveau, denn grundsätzlich reichen auch beim 26-Tonner acht Gänge.

Das Gewicht schlägt sich dann auch im Kraftstoffverbrauch nieder

Im Stadtverkehr mit seinen ständigen Anfahrvorgängen sowie im bergigen Gebiet verlangt der Bus dann auch bis knapp an die 50 Liter auf 100 Kilometer. Das ist eine durstige Angelegenheit, doch ein kleiner Trost: Die Konkurrenz sieht in diesen Bereichen auch nicht wirklich besser aus. Die eigentliche Stärke des S 531 DT liegt auf langen Autobahnfahrten. 23 Liter auf 100 Kilometer können sich mehr als sehen lassen. Grund dafür sind der gute cw-Wert sowie Maßnahmen wie das Absenken des Busses um einige Zentimeter, um die zu umströmende Fläche zu verkleinern.

www.youtube.com/bustv1 (sab)

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