Lang und cool

Setra, S 519 HD, BUSFahrer-Supertest

Der Fahrerarbeitsplatz der aktuellen ComfortClass wurde im BUSFahrer schon häufig besprochen. Hier gibt es auch beim S 519 HD keine Veränderungen. Erwähnenswert ist vielleicht das nach wie vor sehr gelungene Klimacenter, welches sich intuitiv bedienen lässt. Das kann vom Multimediacenter nicht wirklich behauptet werden. Besonders die Navigations-Bedienung könnte eine Auffrischung vertragen. Wer es richtig macht, sind Neoplan und MAN. Die haben ein Harman-System an Bord, das nicht nur fast alle Wünsche erfüllt, sondern sich drahtlos auch mit Media-Speichern verbinden und per Touch Display bedienen lässt. Aber natürlich: Wer sich in die Tiefen der ComfortClass-Bedienung hinabbegibt, der versteht spätestens dann auch dieses System. Ablagen bietet das Fahrzeug ausreichend, sowohl für größere als auch für kleinere Sachen.

Im Testbus ließ sich der Fahrersitz nicht sehr weit nach hinten verstellen, allerdings war noch ausreichend Platz bis zur ersten Fahrgastreihe vorhanden. Es scheint sich um eine spezielle Bus-Konfiguration ­gehandelt zu haben, denn ein Setra bietet ­normalerweise auch für große Fahrer jede Menge Verstellweg. Apropos Weg: Sowohl über den Achsen als auch ganz hinten gibt es zusätzliche Stauräume, die jeder Fahrer zu schätzen weiß, und dafür nimmt er dann auch mal einen 15 Meter langen Weg dorthin in Kauf. Sehr großzügig ist übrigens der Bereich rund um das WC. Hier befindet sich auch ein rollbarer Wassertank. Der große Fäkalientank lässt sich über einen separaten Schlauchanschluss sauber spülen, das ist praktisch.

Für die Fahrgäste bietet dieser Bus fast alles, was normaler Reise- bzw. Fernbus-Standard ist. Ob Telefon- und Multimedia-Router oder USB-Ladebuchsen – die digitalen Bedürfnisse werden ausreichend zufriedengestellt. Die Ladebuchsen befinden sich übrigens zwischen den Doppelsitzen. Das erwies sich während der Testfahrt als überaus praktisch. So ist kein Gefummel unter dem Vordersitz oder an der Seitenwandverkleidung, vielleicht noch über den Sitznachbar hinweg, notwendig. Eine gute, simple Idee, die ruhig Nachahmer finden darf. Neu, aber leider nicht im Testbus verbaut, ist die Möglichkeit, hinter der mittig auf dem Dach platzierten Klimaanlage ein Glasdach zu bekommen. Der Preis dafür dürfte sich bei etwa 4.000 Euro bewegen. Wer so viel Geld nicht in die Hand nehmen will, kann seine Fahrgäste dennoch in den Himmel blicken lassen, denn ab sofort sind die Dach-Notausstiege serienmäßig mit einer Scheibe versehen. Kleiner Nachteil: Diese Ausstiege lassen sich nicht mehr öffnen. Über ein Glasdach vorne wird bei Setra noch beraten.

Das sagt unser Fachmann: Im Testbus war der große OM 471 verbaut, allerdings nicht in der stärksten Leistungsklasse. Er kam auf „nur“ 350 kW, was 476 PS bei einem maximalen Drehmoment von 2.300 Nm entspricht. Mehr gibt es nicht für einen Bus der ComfortClass. Standardmäßig jedoch ist der etwas kleinere OM 470 in Verbindung mit dem manuellen Schaltgetriebe GO 210 vorgesehen. Um das gesamte Sparpotenzial nutzen zu können, lohnt sich jedoch die Investition, zumal das automatisierte Schaltgetriebe Powershift GO 250-8 acht Gänge bietet, die beim Testbus auch mehr als notwendig erscheinen. Bereits beim Anfahren spürt man die 21,5 Tonnen, der Bus setzt sich recht behäbig in Bewegung. Doch wenn er in der Ebene erst einmal rollt, dann rollt er. Im Stadtverkehr fährt sich der Bus unauffällig, die ständigen Stop-and go-Phasen treiben den Verbrauch nicht ungewöhnlich in die Höhe. Anders verhält sich das auf der bergigen Landstraße. Stellenweise schleppt sich der Bus recht quälend über Steigungen, jeden Gang bis zum Limit ausreizend. Der Unterschied zu einem Drehmoment von 2.500 Nm kann schon beeindruckend ausfallen. (sab)

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