24.08.2009Winterreise

Winterzeit ist Buszeit. Logisch, denn ohne Busse läuft in den Skigebieten gar nichts. BUSFAHRER hat sich auf den Weg nach Tirol gemacht – mit einem Midibus. Wir wollten wissen, wie wintertauglich solch ein kleiner Bus ist.
Geht das überhaupt, mit einem Frontmotor im Skigebiet? Kleine Reifen im Tiefschnee und schwache Heizung im Dauerfrost? Sollte man mit einem Midibus nicht lieber doch nur um die Kirche im eigenen Dorf kurven, statt sich einem Winterabenteuer hinzugeben? Der Kandidat: Ein Iveco Rapido 180, in Deutschland vertrieben von der Firma ProBus aus Herxheim. Die Basis stimmt. Das beginnt bereits beim sensationellen Preis-Leistungs-Verhältnis, das nicht nur durch den günstigen Anschaffungspreis, sondern auch durch den Durchschnittsverbrauch, der beladen bei 14 Litern auf 100 km lag, zustande kommt. Die Wetterbedingungen: Beim Start in Deutschland um die Null Grad Celsius, bei der Ankunft in Sankt Anton, Tirol, Minus vier Grad Celsius. Zugegeben, nicht gerade sibirische Verhältnisse, doch für unsere Breitengerade durchaus typisch. Zudem schien die ganze Zeit tagsüber die Sonne.
Der Test: Im Winter muss ein Bus einige zusätzliche Disziplinen beherrschen. Dazu gehört in erster Linie eine vernünftige Heizung, die den Bus auch beim Start am Morgen in kurzer Zeit behaglich warm bekommt. Wir haben gemessen. Beim Betreten des Fahrzeuges herrschten Minus 1,4 Grad Celsius. Dann wurde die Webasto-Standheizung in Gang gebracht. Durch die serienmäßige Frontscheiben- und Spiegelheizung herrschte bereits nach zwei Minuten freie Sicht nach allen Seiten. Lediglich Fahrer- und Beifahrerfenster müssen im Falle einer seitlichen Vereisung manuell von außen gereinigt werden. Auf Wunsch bietet ProBus aber auch hier eine Heizung an. Nach etwa 15 Minuten hatte sich der Innenraum auf durchaus angenehme 19 Grad Celsius erwärmt, im Frontbereich natürlich noch etwas mehr, hier sorgt das Gebläse zusätzlich für Wärme. Der übrige Innenraum wird durch klassische Konvektoren beheizt. Während der weiteren Fahrt erwärmte sich der Innenraum durch die stark scheinende Sonne, so dass die Deckenbelüftung in Betrieb genommen wurde. Hier übrigens eine Neuerung im Vergleich zu den bisherigen Fahrzeugen: Die Klimaanlage ist aus der linken Seitenklappe, die nun für Gepäck zur Verfügung steht, auf das Dach gewandert und hat an Leistung zugelegt. Dadurch erhält man zudem noch zusätzlichen Stauraum, was gerade bei kleinen Bussen ein entscheidender Faktor sein kann. (tt)
Bilder
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(Foto: BUSFAHRER)
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