17.02.2012WBO: Tarifverhandlungen ergebnislos

Nach mehrstündigen Gesprächen sind die Tarifverhandlungen im privaten Omnibusgewerbe laut dem Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer e.V. (WBO) ohne Ergebnis geblieben.
„Wir sind trotz angespannter wirtschaftlicher Lage der Unternehmen und unsicheren Zukunftsperspektiven den Forderungen der Gewerkschaft entgegengekommen. Leider hat ver.di seinen unrealistischen 24-Punkte-Katalog sogar noch um zusätzliche Punkte erweitert. Eine Denkpause ist jetzt unvermeidlich“, sagte WBO-Geschäftsführer Dr. Witgar Weber. Mit Sorge sehe er den umfangreichen Forderungskatalog der Gewerkschaft. Der Markt lasse den Unternehmen wenig Spielraum: „Die Fahrgäste können nicht immer weiter zur Kasse gebeten werden. Auch die öffentliche Hand möchte im Nahverkehr vor allem eines, nämlich Geld sparen. Die utopischen Vorstellungen der Gewerkschaft beschwören die Gefahr eines Arbeitskampfes herauf, der länger dauern könnte, als allen Beteiligten lieb sein kann.“
Der Organisationsgrad der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in den Omnibusunternehmen Baden-Württembergs ist sehr unterschiedlich, daher sind keine flächendeckenden Streiks zu befürchten, so der WBO. Allerdings haben die Warnstreiks in Reutlingen, Tübingen, Heilbronn und Ludwigsburg gezeigt, dass es im Falle einer Arbeitsniederlegung in einzelnen Unternehmen zu empfindlichen Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste kommen kann. Der WBO und die betroffenen Busunternehmen werden alles unternehmen, um die Fahrgäste hierüber rechtzeitig zu informieren, hieß es in einer Pressemitteilung des Verbands.
Bislang geht es im Tarifkonflikt zwischen ver.di und privaten Omnibusunternehmern in Baden-Württemberg um den Manteltarif, also nicht die Löhne selbst. Der Forderungskatalog seitens Gewerkschaft mit Vorstellungen von einem 13. und 14. Monatsgehalt ist allerdings für die Busunternehmen indiskutabel, zumal sie in Kürze mit weiteren Belastungen in der Lohntarifrunde rechnen müssen. Würden alle derzeitigen Forderungen erfüllt, hätte allein dies rechnerisch Kostensteigerungen im ÖPNV um teilweise mehr als 20 Prozent zur Folge, die letztlich direkt oder indirekt die Fahrgäste träfen, so die Einschätzung des WBO.
Der WBO wehrt sich vehement gegen das von ver.di kolportierte Bild des am Bettelstab gehenden, ausgenutzten, armen Busfahrers. Das WBO-Lohnniveau ist bundesweit gesehen das höchste im privaten Busgewerbe. Mit Ihrer Forderung, den WBO-Tarif auf das Niveau des öffentlichen Dienstes anzuheben, gefährde die Gewerkschaft das heutige flächendeckende ÖPNV-System in Baden-Württemberg.
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(Foto: dapd_Winfried Rothermel)
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