19.01.2012Umweltzone Bremen: GVN sieht kein Entgegenkommen

„Die Entscheidung des Bremer Umweltsenators Dr. Lohse, Bussen mit gelber Umweltplakette bis zum 30. Juni 2012 generell die Einfahrt in die Umweltzone zu gewähren, hilft den Busunternehmen überhaupt nicht“, kommentiert Hauptgeschäftsführer Bernward Franzky vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) die Regelung.
Der GVN als Interessenvertretung von 300 niedersächsischen Busunternehmen habe wiederholt darauf hingewiesen, dass nicht die Engpässe in den Werkstätten das Problem darstellten. Hintergrund sei die Unwirtschaftlichkeit der Nachrüstung. Bei Bussen, die zum Beispiel nur gelegentlich nach Bremen führen, stünden die Investitionskosten in keinem Verhältnis zum Ertrag. Im Übrigen sei die Nachrüstung mindestens von Euro-3-Bussen ein „umweltpolitischer Amoklauf“. Die Feinstaubreduzierung durch die Nachrüstung eines Partikelfilters sinke bei einem Bus mit Euro-3-Motor nur minimal. Gleichzeitig steige aber der Kraftstoffverbrauch um fünf Prozent und verursache entsprechend höhere CO2-Emissionen. Diese CO2-Emissionen seien aber für den Klimawandel verantwortlich und müssten bekämpft werden.
Der GVN habe eine um zwei Jahre verlängerte generelle Ausnahme für Euro-3-Busse gefordert, deren Austausch vielfach in dieser Zeit zu bewerkstelligen sei. „Auch über eine schrittweise Verbesserung des Fuhrparks lassen wir mit uns reden“, verweist Franzky auf bisherige Eingaben an den Senat. Eine schlagartige Umstellung des gesamten Fuhrparks, gleich ob ein halbes Jahr früher oder später, sei unmöglich. „In jedem Fall werden die Fahrgäste deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen, um Bremer Touristikziele anzufahren. Das wird auch auf Bremer Schüler zukommen, die ins Umland fahren möchten“, ist sich Franzky sicher. (ah)
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(Foto: GVN)
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