03.08.2017Erste Ermittlungsergebnisse zum Busunglück auf der A9

Unfall

Das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof geben erste Ermittlungsergebnisse zum Busunglück am 3. Juli 2017 auf der A9 auf Höhe Stammbach bekannt.

Demnach war eine Verkettung mehrerer tragischer Umstände für den Ausgang des Unfalls verantwortlich. Sowohl der Busfahrer als auch der Lkw-Fahrer haben ihre Lenk- und Ruhezeiten eingehalten. Außerdem lagen an beiden Fahrzeugen keine technischen Mängel vor. Infolge einer Unaufmerksamkeit des Fahrers, so die Ermittlungsergebnisse, – der Grund hierfür kann abschließend nicht geklärt werden − fuhr der Bus mit einer Anstoßgeschwindigkeit von etwa 60 bis 70 km/h auf den Lkw-Anhänger auf, wobei der Fahrer noch versuchte, nach rechts Richtung Standstreifen auszuweichen. Die Fahrzeuge kollidierten mit einer Überdeckung von rund 60 Zentimeter. Diese relativ geringe Anstoßfläche führte dazu, dass der eigentliche Frontabschluss des Busses im Bereich des Fahrersitzes etwa 1,50 bis 2,00 Meter nach hinten verschoben wurde, so die Staatsanwaltschaft. Es kam zu Kurzschlüssen mit extrem heißen Lichtbögen und zum Zerbersten des Zusatztanks. Der austretende Kraftstoff hat sich daraufhin entzündet. Freigesetzte Druckluft und die aufgerissene Karosserie begünstigten − auch im Inneren des Busses − die Entwicklung des Feuers. Die aus dem Bus entkommenen 30 Insassen waren zum Teil schwer verletzt. Für 17 Insassen und den Fahrer kam allerdings jede Hilfe zu spät.

Zwischenzeitlich wurden die wesentlichen Ermittlungen durchgeführt. Die beauftragten Sachverständigen haben eine kurzgutachterliche Stellungnahme abgegeben. Diese beruht auch auf der Begutachtung eines baugleichen Vergleichsbusses. Die Ergebnisse lassen derzeit keine vernünftigen Zweifel am dargestellten Ablauf des Busunglücks. Aus momentaner Sicht ist nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Staatsanwaltschaft nicht zu erwarten, dass sich noch wesentliche neue Erkenntnisse ergeben. (ts)





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