25.08.2011Ein ganzer Kerl

Vieles neu ist beim Van Hool T917 Altano. Dieser Bus ist etwas Besonderes, denn er ist einer der letzten Reisebusse mit Unterflur-Cockpit, verbunden mit dessen Vorteilen.
Dieser Bus polarisiert. Und zwar gleich doppelt. Es ist nämlich ein Van Hool und es ist ein Reisebus mit einem Unterflur-Cockpit. Für die einen ist es nur ein großer, eckiger Kasten, für die anderen ist es die männlichste Versuchung, seit es Busse gibt. Dass die Belgier gute Busse bauen, ist unbestritten. Dass sie sich dabei nicht reinreden lassen, ebenso. Das gilt für das Design genauso wie für technische Detaillösungen oder eben auch Konzeptfragen.
Auf der einen Seite überrascht Van Hool mit immer neuen Varianten, die teilweise das Beste der Besten vereinen, auf der anderen Seite aber behält der Hersteller auch Typen im Programm, die bei den Mitbewerbern längst abgeschrieben sind. Dazu zählt der Altano. Wer sich einmal etwas genauer mit diesem Bustyp beschäftigt, wird schnell feststellen, die Idee dahinter überzeugt. Weshalb sich dieses Konzept nie richtig durchsetzen konnte, steht auf einem anderen Blatt.
Wie alle Reisebusse von Van Hool hat auch der T917 Altano eine stete Überarbeitung und Anpassung an moderne Zeiten erfahren. Dabei wurden aber bewährte technische Lösungen beibehalten. Siehe ESP. Endlich ist das Elektronische Stabilitätsprogramm auch bei Van Hool Reisebussen erhältlich. „Brauchen wir nicht“, war oft von belgischer Seite zu hören, „Unser Fahrwerk ist auch so spitze.“ Das mag stimmen und die Idee, Blattfedern längs über der Hinterachse zu verbauen, kann durchaus als genial bezeichnet werden. Der Bus hat dadurch nämlich eine unglaubliche Fahrstabilität erhalten, wie der BUSFahrer selbst in umfangreichen Tests erleben konnte. Selbst abenteuerliche Ausweich- und Schleudermanöver mit dem Doppeldecker Astromega meisterte das Fahrwerk. Doch es kommt der Tag, es kommt die Situation, in denen reicht ein Spitzen-Fahrwerk nicht mehr aus, dann schlägt die Stunde von ESP beziehungsweise ESC ,wie es bei Van Hool genannt wird. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Bus wird bereits vor Erreichen eines fahrkritischen Moments abgebremst. Dass den Bussen das MSP genannte Feder-System dennoch nicht genommen wird, spricht für den konsequenten Grundsatz: Sicher ist sicher und doppelt hält besser.
Bilder
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(Foto: Sascha Böhnke)
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